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_bananenpfannkuchen|maronencrème

Nach so langer Abstinez-  kopfüber versunken im Hochzeitswahnsinn und verschluckt von Pflanzenlexika und Nährwerttabellen, die mein Studium mir gerade links und rechts um die Ohren pfeffert, tauche ich doch mal wieder kurz auf und sage: HI. Und das nicht mit leeren Händen, sondern mit dem gigantischten Rezept für überirdisch köstliche und übertrieben gesunde Bananapancakes im Ärmel.

Dass Bananenpfannkuchen der Knaller sind, steht außer Frage! Diese hier sind sogar so gesund, dass ich sie am Liebsten direkt nach dem Sport in die Pfanne werfe, denn auf Buchweizenmehl-  und Bananenbasis knallen sie einem die volle Wucht an Ballaststoffen, komplexen Kohlenhydraten und Magnesium auf den Teller. Perfekt für die Regeneration nach dem Training und gute Laune für den Tag!

In diesem Rezept sind sie vegan- und noch verrückter: glutenfrei, laktosefrei und zuckerfrei!

Das Gleiche gilt für die köstlich- beerige Füllung: einer zuckerfreien und veganen Himbeer- / Heidelbeer- Maronencrème, die nicht nur auf Bananenpfannkuchen schmeckt sondern auch als Brotaufstrich genial funktioniert! Blitzschnell geht das Ganze auch noch und zwar mit vakuumierten vorgekochten Maronen und frischen oder tiefgefrorenen Beeren- im Handumdrehen püriert!

 

 

Zutaten:

für 10 kleine Pfannkuchen:

250g Buchweizenmehl

3 reife Bananen

3 Teel Reinweinstein- Backpulver

300ml Sprudel

Kokosöl für die Pfanne

 

für die Himbeer- Maronencrème:

100g vakuumierte, vorgekochte Maronen

1 Handvoll Himbeeren

3 Datteln, entsteint

Abrieb von 1/2 Limette

 

für die Heidelbeer- Maronencrème:

100g vakuumierte, vorgekochte Maronen

1 Handvoll Heidelbeeren

3 Datteln, entsteint

Abrieb von 1/2 Limette

 

 

Zubereitung

die Pfannkuchen:

Die Bananen schälen, in eine Rührschüssel geben und mit einer Gabel zerquetschen. Die übrigen Zutaten hinzufügen und mit einem Schneebesen gut verrühren.

Etwas Kokosöl in eine heiße Pfanne geben und eine Kelle Teig gleichmäßig darin verteilen. Wenn der Teig Luftblasen schlägt und an der Oberfläche fest wird, direkt wenden und die andere Seite des Pfannkuchens für die gleiche Zeit goldbraun braten.

Den Pfannkuchen auf einem Gitter auskühlen lassen und den nächsten in die Pfanne hauen. Ab und zu etwas Kokosöl in die Pfanne geben, wenn der Teig festkleben sollte.

 

die Maronencrèmes:

Wie versprochen: Die Zubereitung geht blitzschnell. Alle Zutaten für die Himbeer- bzw. Heidelbeermaronencrème in ein hohes Rührgefäß geben und solange pürieren bis die Masse cremig ist.

 

Wenn alle Pfannkuchen gebacken und alle Crèmes püriert sind, bestreicht man den Pfannkuchen dünn mit einer Schicht Himbeermaronencrème, legt einen Weiteren darauf und bestreicht diesen mit Heidelbeermaronencrème. Das Pfannkuchentürmchen einrollen und genießen! Wer keinen Berg an Pfannkuchen auf einmal essen möchte, der kann die Pfannkuchen auch in etwas Folie einrollen und im Kühlschrank aufbewahren.

Voila!

 

 

_strudel|maronen

Der erste Schnee und der erste Advent: Die perfekte Kulisse für diesen winterlichen und köstlichen Maronenstrudel, also: Vorhang auf und ab an den Ofen!

Die Maroni ist eine winterliche Variante der Esskastanie. Das herzförmig Energiebündel ist basisch, glutenfrei und wurde ursprünglich im Kaukasus kultiviert.

Mit ihrem nussigen Geschmack liefert uns die Maroni neben den Vitaminen C, B, E und A essentielle Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalium, Calcium, Eisen, Magnesium und Kupfer. Sie enthält viel hochwertiges Eiweiß und hat dabei einen geringeren Fettanteil als Nüsse. Perfekt also um uns mit allem, was unsere Abwehrkräfte stärkt in den kalten Wintermonaten zu versorgen! Frische Maronen sind allerdings ungenießbar. Sie sollten vor dem Verzehr immer gegart, gebacken oder gekocht werden.

Das Strudelrezept ist wie alle Rohschliffideen zuckerfrei, glutenfrei und heute auch vegan!

Zutaten

Strudelteig:

200g Haferkleie (glutenfrei)

100g gemahlene Mandeln

100g Kartoffelmehl

150ml lauwarmes Wasser

50ml Rosenwasser

8 frische Datteln|oder 2 Eßl Dattelsirup

3 Eßl Kokosfett

1 Eßl Chiasamen

3 Teel Reinweinstein

 
Füllung:

150g Maronen| wer frische Maronen verwendet, sollte diese vor der Teigzubereitung im Backofen garen. Ansonsten gibt es auch gegarte und vakuumierte frische Maronen im Biomarkt.

3 Eßl Mandelmus

4 frische Datteln|oder 1 Eßl Dattelsirup

3 Teel Zimt|gemahlen

3 Teel Kardamom|gemahlen

 

Zubereitung:

der Teig:

In einer Rührschüssel Mandeln, Haferkleie und Kartoffelmehl mit Chiasamen und Reinweinstein vermischen. Die frischen Datteln schälen, entsteinen, zerdrücken und unterheben|oder den Dattelsirup hinzufügen. Lauwarmes Wasser und Rosenwasser dazugeben und verrühren. Kurz zur Seite stellen. Etwas Wasser zum Kochen bringen und dann in einen Kochtopf füllen. Mit einem Deckel verschließen und ebenso zur Seite stellen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und danach das Kokosfett in einem kleinen Topf bei geringer Hitze langsam zum Schmelzen bringen. Wenn das Fett flüssig ist, wird es vorsichtig unter den Teig gerührt. Alles gut verkneten.

Nun das heiße Wasser aus dem Topf giessen und wieder mit dem Topfdeckel abdecken.

Den durchgekneteten Teig zu einer Kugel formen, in ein Küchenhandtuch wickeln und in den vorbereiteten warmen Topf geben. Den Deckel wieder aufsetzen und den Teig für 20min ruhen lassen.
die Füllung:

Wer frische Maronen verwendet sollte diese ganz zu Beginn für 45min im Backofen garen. Dafür die Maronen kreuzförmig einritzen und bei 200• auf ein Backblech geben. Wenn die Maronen aufplatzen sind sie gar. Kurz abschrecken und schälen.

Die Maronen kleinhacken und in einer Schüssel mit den restlichen Zutaten vermengen.

Den Backofen auf 175• vorheizen.

Ein Küchenhandtuch auf die Arbeitsplatte legen und gründlich mit Kartoffelmehl bestäuben. Den Teig darauf geben und diesen mit einem Nudelholz zu einem gleichmäßig dicken Rechteck ausrollen.

Die Füllung darauf verstreichen und mithilfe des Küchentuchs das Teigrechteck langsam von einer Seite zum Strudel aufrollen.

Den Strudel mit der Nahtseite nach unten auf das Backpapier legen und für 45min auf der mittleren Schiene goldbraun backen.

Voilà!

_madeleines|amandes

„Viele Jahre lang hatte von Combray außer dem, was der Schauplatz und das Drama meines Zubettgehens war, nichts für mich existiert, als meine Mutter an einem Wintertage, an dem ich durchfroren nach Hause kam, mir vorschlug, ich solle entgegen meiner Gewohnheit eine Tasse Tee zu mir nehmen. Ich lehnte erst ab, besann mich dann aber, ich weiß nicht warum, eines anderen. Sie ließ darauf eines jener dicken ovalen Sandtörtchen holen, die man ‚Madeleine‘ nennt und die aussehen, als habe man als Form dafür die gefächerte Schale einer St.-Jakobs-Muschel benutzt. Gleich darauf führte ich, bedrückt durch den trüben Tag und die Aussicht auf den traurigen folgenden, einen Löffel Tee mit dem aufgeweichten kleinen Stück Madeleine darin an die Lippen. In der Sekunde nun, als dieser mit dem Kuchengeschmack gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen und war wie gebannt durch etwas Ungewöhnliches, das sich in mir vollzog. Ein unerhörtes Glücksgefühl, das ganz für sich allein bestand und dessen Grund mir unbekannt blieb, hatte mich durchströmt. Mit einem Schlage waren mir die Wechselfälle des Lebens gleichgültig, seine Katastrophen zu harmlosen Mißgeschicken, seine Kürze zu einem bloßen Trug unsrer Sinne geworden; es vollzog sich damit in mir, was sonst die Liebe vermag, gleichzeitig aber fühlte ich mich von einer köstlichen Substanz erfüllt: oder diese Substanz war vielmehr nicht in mir, sondern ich war sie selbst.“

Aus: Proust, Marcel: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit; 10 Bde. Frankfurt am Main 1979, Bd. 1, S. 63–67.
So oft wie ich dieses Buch gelesen habe, habe ich mindestens auch Madeleines gebacken- und habe dabei (zwar nicht auf der Suche nach der verlorenen Zeit, dafür aber auf der Suche nach den köstlichsten Madeleines ) alle Varianten ausprobiert: Mit oder ohne Orangenwasser, mit geschlagenem Eiweiß und Ruhezeiten- doch so unergründlich mir die Geschichte immer noch erscheint, die neuste Rezeptur ist mir bis jetzt am herrlichsten gelungen.
Zutaten für 24 Stück*:


125g Butter oder Kokosfett + für die Backform
100g Mandeln, fein gemahlen
50g Kartoffelmehl
4 kleine Eier
4 Eßl Dattelsirup oder 8 frische Datteln
3 Teel Reinweinstein
Abrieb von 1 Bio Zitrone
Mark einer Vanilleschote
*wer keine Madeleine- Backform, dafür aber Jakobsmuscheln hat kann auch diese verwenden- für alle anderen: Papierförmchen sind zwar nicht so stilecht, funktionieren aber auch.



Zubereitung:


Den Backofen auf 175° vorheizen und das Madeleine- Eisen fetten.
Die Eier mit einer Gabel in einer Rührschüssel verquirlen und die Mandeln, das Kartoffelmehl, den Dattelsirup (oder die zerkleinerten frischen Datteln) den Reinweinstein sowie den Zitronenabrieb und das Vanillemark untermengen. Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen und bei kleiner Hitze leicht bräunen, damit sie einen nussigen Geschmack annimmt. Wer auf Lactose verzichten möchte verfährt genauso mit Kokosfett statt Butter. Diese ebenfalls verflüssigen.
Das flüssige Fett unter den Teig rühren und diesen direkt gleichmäßig in die vorbereiteten Formen abfüllen.
Die Madeleines auf die mittlere Schiene des Backofens schieben und für 5min bei 175° backen. Die Temperatur auf 150° senken und weitere 5min backen bis sie goldbraun sind.
Aus dem Ofen nehmen und direkt auf ein Gitter zum Auskühlen stürzen.
Welchen Tee Proust dazu getrunken hat, weiß ich immernoch nicht aber ich habe mich für Earl Grey entschieden.
Voilà!

_tarte|chocolat|quitte

So lange der Schnee noch nicht leise rieselt, lassen wir es Lavendel regnen- und zwar in das leckerste Quittenkompott mit Rosen- und Orangenblütenwasser, Rosinen und Kurkuma. Damit es noch weihnachtlicher wird, schieben wir es danach auf einem knusprigen Schokoladenboden kurz in den Ofen und voilà: Die winterlichste Tarte des Jahres ist da-  auch wenn der erste Schnee noch auf sich warten läßt!

Der Boden ist aus Mandeln, Backkakao und Banane- was ja generell schon gute Laune macht und hier das Beste für alle Frostbeulen: Die Kombination aus den basischen Quitten und Kurkuma heizt dem Stoffwechsel so richtig ein! Während der Kuchen im Ofen backt, können wir ganz nebenbei noch eine fabelhafte Gesichtsmaske, die entzündungshemmend und reizlindernd wirkt und gut bei gestresster Winterhaut hilft, herstellen! Hierfür die Kerne der Quitten kurz in etwas Wasser einweichen und danach aufkochen bis sich Quittenschleim bildet. Den Quittenschleim eventuell  mit etwas Heilerde andicken und auftragen. Wer Halsschmerzen hat, sollte genau diesen Quittenschleim trinken-  aber Achtung: Die Kerne bitte vorher entfernen da sie durch ihren giftigen Blausäuregehalt absolut nicht zum Verzehr geeignet sind!

Neben vielen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen enthält die Quitte einen hohen Anteil an Ballast- und Gerbstoffen. Insbesondere Pektin und Quercetin wirken antioxidantisch und helfen beim Entgiften! Super also für Zellerneuerung und Immunabwehr im Winter!

 

Zutaten für eine Tarteform:

für den Boden:

200g gemahlene Mandeln

1 reife Banane

6 Datteln

3 Eßl Backkakao

3 Eßl Kokosfett + für die Form

1 Eßl Chiasamen

3 Teel Reinweinstein

für das Kompott:

3 Quitten

1 Apfel

50g Rosinen

50g Mandeln, gestiftelt

3 Eßl Lavendel, getrocknet

1 daumengroßes Stück Kurkuma

100ml Rosenwasser

50ml Orangenblütenwasser

Saft und Abrieb einer Bio Zitrone

1 Teel Zimt

1 Teel Kardamon

Zubereitung

das Quittenkompott:

Die Quitten  und den Apfel mit einem Tuch abreiben, schälen, das Kerngehäuse entfernen und kleinschneiden. Den Kurkuma abwaschen und mit Schale raspeln. Alles in einen Kochtopf geben und bis auf die Mandeln alle weiteren Zutaten hinzufügen. Bei mittlerer Hitze langsam und unter Rühren zum Kochen bringen. Wenn das Kompott kocht, die Hitze reduzieren und bei geschlossenem Deckel für weitere 15min einkochen.

der Boden:

Den Backofen auf 175° vorheizen und eine Tarteform mit etwas Kokosfett fetten. Die Datteln entsteinen und in eine Rührschüssel geben. Die Banane schälen und hinzufügen. Alles mit einer Gabel zerdrücken bis ein Brei entsteht. Das Kokosfett in einem kleinen Topf schmelzen und zusammen mit den restlichen Zutaten unter den Bananen- Dattel- Brei rühren.

Den Teig gleichmäßig in der Tarteform verteilen und den Rand nicht vergessen! Mit einer Gabel gleichmäßig einstechen, damit sich keine Luftbläschen bilden und für 10min auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Backofen bei 175° vorbacken.

Die Form aus dem Ofen nehmen und die gestiftelten Mandeln unter das Kompott rühren. Das Kompott gleichmäßig auf dem Schokoladenboden verteilen und den Kuchen nochmals für weitere 25min fertig backen- ebenfalls auf der mittleren Schiene bei 175°.

Voilà!

 

 

 

_bananenbrot|kardamon

Verrückt nach Bananen? Wer es aushält ein paar Tage zu warten, bis die Bananen vom letzten Einkauf richtig reif sind, wird mit dem weltbesten Rezept für Bananenbrot belohnt! Seit ich zuckerfrei lebe und intermittierend faste, ist so ein Stück Bananenbrot am Nachmittag ein wahres Fest- mal davon abgesehen, dass es unschlagbar lekker ist und gute Laune macht, sättigt es bis zum Abendbrot und gibt richtig viel Energie für die zweite Tageshälfte. Wer mal nicht so gesund unterwegs war und gerade einen furchtbaren Kater hat: Bananen helfen!


Bei allen Benefits, die uns die Banane liefert, finde ich die Tatsache, dass Bananenessen gute Laune macht und Stress abbaut, am spannendsten! Nicht nur durch ihre gelbe Farbe hebt sich unsere Laune und das Stresslevel sinkt: Unser Körper kann durch die Zufuhr von Tryptophan, einer essentiellen Aminosäure, die unter anderem in Bananen enthalten ist, Serotonin bilden. Serotonin ist ein Botenstoff, der unseren Schlafrhytmus reguliert und unseren Hormonhaushalt in positiver Weise beeinflusst: Er macht uns glücklich indem er unser inneres Stresslevel drosselt und uns in beste Laune versetzt!

Dadurch, dass die Banane- obwohl sie viele Kohlenhydrate enthält, einen niedrigen glykämischen Index hat, bringt sie unseren Blutzuckerspiegel nicht durcheinander sondern hält ihn konstant- was sie gerade in Kombination mit den reichlich enthaltenen und gut löslichen Ballaststoffen zu einer so beliebten Energiequelle, auch und gerade für Sportler macht!

Also raus aus dem Nachmittagstief, dem Katerschlaf oder der Fastenphase und ran an den Backofen- hier kommt das Rezept! Vegan, zuckerfrei, glutenfrei, lactosefrei- und bestimmt ganz schnell weg!

Zutaten für eine Kastenform:

200g gemahlene Mandeln

4 reife Bananen

3 Eßl Kokosöl + für die Form

3 Teel Reinweinsteinpulver (Backpulver)

3 Teel Kardamon

1 Eßl Chiasamen

3 Eßl Mandelmilch/ oder eine andere Milch

Mark von 1/2 Vanilleschote und 2 Eßl Kartoffelmehl oder  1 Päckchen Bio- Vanillepuddingpulver

 

eine handvoll Mandeln zum Verzieren

 

Zubereitung

Eine Kastenform fetten oder mit Backpapier auslegen. Den Backofen auf 180° vorheizen. Die Bananen schälen und mit einer Gabel in einer Rührschüssel zerquetschen. Alle anderen Zutaten hinzufügen und gut miteinander vermengen. Wenn der Backofen die richtige Temperatur hat, den Teig in die Form füllen, mit den Mandeln verzieren und auf der mittleren Schiene für 25-30min bei 180° Ober-/ Unterhitze goldbraun backen.

Der Kuchen kann ruhig weich aus dem Ofen kommen- umso saftiger ist er, denn die Mandeln ziehen noch nach.

Voilà!

 

_taler|topinambur|cranberrychutney

Topinambur ist das wohl am schönsten blühende Gemüse! Im Frühling und Sommer wachsen die Blumen, die aussehen wie kleine Sonnenblumen bis zu drei Meter hoch und ab September kann man die Knollen, die auch Erdartischocken genannt werden den ganzen Winter hindurch bei frostfreiem Boden ernten. Ich habe einen Teil der Knollen für den nächsten Frühling einfach wieder eingesetzt.

Topinambur kann wie die Kartoffel verwendet werden- im Gegensatz zu ihr ist er kein Nachtschattengewächs sondern gehört der Familie der Korbblütler an. Sein Geschmack erinnert an den der Artischocke wobei die Knolle der Ingwerwurzel zum Verwechseln ähnlich sieht. Europa hat die Knolle im 17. Jahrhundert entdeckt, nachdem französische Amerika- Auswanderer  dort dank großen Vorräten an Topinambur eine Hungerkatastrophe überlebt hatten. Als sie die Knolle nach Frankreich schickten und die Franzosen sie zubereiteten, waren zufälligerweise Stammesangehörige der brasilianischen Tupinambà zu Gast und ihnen zu Ehren kam die wundersame Knolle zu ihrem durchaus exotischen Namen.

Die Ureinwohner Nord- und Mittelamerikas verwendeten Topinambur nicht nur als Lebensmittel sondern setzten die Knolle gezielt als Heilpflanze ein. Als Saft der Knolle oder Essenz der Blüten wird es auch heute noch bei entzündlichen Beschwerden angewendet. Topinambur ist ein präbiotisches Lebensmittel. Durch seinen hohen Gehalt an Inulin und Fructooligosacchariden trägt der Verzehr der Knolle zu einer gesunden Darmflora bei, denn beide Nährstoffe werden von Bifidobakterien (den „guten“ Darmbakterien) als Nahrung verstoffwechselt und unsere Darmfunktion wird unterstützt. Dadurch wird unser Immunsystem gestärkt! Doch Inulin und Fructooligosaccharide unterstützen nicht nur die Darmflora sondern helfen auch bei der Aufnahme bestimmter Mineralien. So kann beispielsweise in Kombination mit beiden Stoffen mehr Kalzium aus der Nahrung aufgenommen und verstoffwechselt werden.

Zu 80% aus Wasser bestehend, enthält Topinambur fast kein Fett- dafür umso mehr wasserlösliche Ballaststoffe, die sättigen und so beim Abnehmen unterstützen können. Neben Mineralien wie Eisen, Kalium und Kupfer liefert uns die Knolle vor allem die Vitamine C, B1 und B3!

Bei diesem Gericht kann das im Rohmilchkäse enthaltene Kalzium optimal aufgenommen und verstoffwechselt werden und in der Kombination mit Cranberries, die entzündungshemmend wirken und somit ebenfalls zu einer gesunden Darmflora beitragen, stärken wir unsere Immunabwehr für die kalten Tage!

Zutaten für 4 Personen:

für die Taler:

250g Topinambur

150g Rohmilchkäse

1 Zwiebel

2 Eier

1 Avocado (wer möchte kann auch 80g Butter verwenden)

1 Eßl Mohn

Salz, Pfeffer, 1/4 frischgeriebene Muskatnuß

evtl. Fett für die Förmchen

für das Cranberrychutney:

150g frische Cranberries

1 Zwiebel

1/2 Knoblauchzehe

1 Chilli

Öl zum Braten- zB. Kokosfett

100ml Rotwein

1 Teel Honig

1 Teel gemahlener Kurkuma oder eine fingerspitze frische Kurkumawurzel

1 Zimtsange

5 Nelken

1 Lorbeerblatt

Zubereitung:

die Taler:

Eine Muffinform, Muffinförmchen oder kleine Tarteförmchen vorbereiten- ggf. fetten wer keine Papierförmchen benutzt.

Das Fruchtfleisch der Avocado auslösen, in eine Schüssel geben und gut zerquetschen. (wer lieber Butter nehmen möchte, gibt diese flockenweise in die Schüssel). Den Topinambur gründlich abwaschen und putzen und im Anschluss mit Schale kleinraspeln. Den Rohmilchkäse ebenfalls raspeln und beides unter die Avocado mengen.  Die Zwiebel kleinschneiden und dazugeben.

Zum Schluss die Eier und den Mohn unterrühren und alles nach Gusto würzen. Den Teig in die vorbereiteten Förmchen geben und im vorgeheizten Backofen bei 180° für 30min auf mittlerer Schiene goldbraun und knusprig backen.

 

das Cranberrychutney:

Die Cranberries waschen und abtropfen lassen. Die Zwiebel kleinschneiden, Knoblauch und Chilli hacken und ggf den frischen Kurkuma raspeln. Etwas Öl- ich verwende am liebsten Kokosfett, in einen kleinen Topf geben und auf mittlerer Temperaturstufe erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch, Chilli und Kurkuma kurz anrösten, den Honig dazugeben und mit Rotwein ablöschen. Die Cranberries sowie alle Gewürze hinzufügen und mit Deckel (Achtung: Cranberries platzen beim Erhitzen und können auch mal durch die Küche hüpfen;-) für 25min bei niedriger Temperatur einkochen.

Ggf nochmals abschmecken und Nelken, Zimtstange und Loorberblatt aus dem Chutney fischen. Das Chutney über die knusprigen Taler geben und servieren.

Voilà!

 

 

 

_tarte|hokkaido

Fleissig am Kürbisschnitzen und keine Idee wohin mit dem ganzen Fruchtfleisch? Ab damit in den Ofen! Hier kommt mein allerliebstes Rezept für den gesündesten Pumpkinpie- und lassen wir mal den Gesundheitsaspekt beiseite: Lekker ist er auch noch! Ohne Gluten, Laktose oder Zucker- dafür bis zum Kuchenrand voll mit jeder Menge Vitaminen und Nährstoffen! Wer sich vegan ernährt kann einfach mit Kokosfett statt Ghee arbeiten.

Ich verwende am liebsten Hokkaido, der durch seinen geringen Wasseranteil eine deutlich höhere Nährstoffdichte aufweist als seine riesigen Kollegen aber natürlich kann man für diesen Kuchen jeden Lieblingskürbis verwenden.

Hokkaido kennen und kultivieren wir in Europa erst seit gut 20 Jahren. Er wurde erstmals Anfang des 19. Jahrhunderts in Japan auf der Insel Hokkaido gezüchtet und erlebt seit jeher einen regelrechten Boom! Warum? Er ist deutlich kompakter bei gleichen Nährstoffwerten was, wie bereits erwähnt an seinem geringeren Wasseranteil liegt. Seine leuchtend orangene Farbe verdankt er wie alles an Gemüse und Frucht aus dieser Farbpalette dem hochen Anteil an Beta- Karotin.

Beta- Karotin, auch Provitamin A genannt, ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Familie der Carotinoide und kann von unserem Körper in Vitamin A umgewandelt werden. Vitamin A wirkt als Antioxidans und unterstützt Zellerneuerung und Zellwachstum. Ausserdem unterstützt es unsere Immunabwehr, was besonders für den Wetterumschwung im Herbst wichtig für unser Gesundheit ist!

Hokkaido wirkt übrigens wie alle Kürbisarten entschlackend und entwässernd und dank seines niedrigen Fettgehaltes können wir nie genug davon essen! Und das Allerbeste: Wir können ihn mitsamt Schale essen!

Zutaten:

für den Boden:

100g Leinmehl

100g glutenfreie Haferflocken

125g Ghee (geklärte Butter) oder Butter /Kokosfett + für die Form

1 Banane

1 Eßl Chiasamen + 6 Eßl lauwarmes Wasser zu Chiagel ziehen lassen

3 Teel Reinweinsteinbackpulver

für die Füllung:

1 Hokkaido

2 Bananen

100ml Mandelmilch oder lactosefreie Sahne

1 Eßl Chiasamen + 6Eßl lauwarmes Wasser zu Chiagel ziehen lassen

Mark von 1/2 Vanilleschote

2Teel Zimt

 

Zubereitung:

der Boden:

Mit dem Chiagel beginnen, dafür die Samen mit dem Wasser verrühren und beiseitestellen.

Die Banane zerquetschen und mit flockenweise Ghee (oder Butter oder Kokosfett) in eine Schüssel geben. Die restlichen Zutaten sowie das Chiagel hinzufügen und kurz im Kühlschrank ruhen lassen. Eine Tarteform fetten und mit etwas Leinmehl ausstäuben. Aus 2/3 des Teiges einen Boden auslegen, mit einer Gabel ein paar Luftlöcher einstechen und diesen für 5min im vorgeheizten Backofen bei 180° vorbacken. Vorsichtig aus dem Ofen holen und aus dem restlichen Teig einen Rand ansetzen.

 

die Füllung:

Wie beim Boden auch hier mit dem Chiagel beginnen. Den Hokkaido gründlich waschen, vierteln, die Kerne mit einem Löffeln entfernen und zerlegen-  so dass er problemlos geraspelt werden kann. Mit einer Reibe fein oder grob in eine Schüssel raspeln.

Die Bananen zerquetschen, hinzugeben und das Chiagel sowie die restlichen Zutaten hinzufügen.

Alles gut vermengen und die Masse gleichmässig in der Form verteilen.

Den Backofen auf 180° vorheizen und die Tarte auf der mittleren Schiene solange backen bis die Füllung stockt- ca 30min.

Voilà!